Kaiserslautern. In einer Betriebsversammlung wurden heute die Beschäftigten von Karstadt Kaiserslautern darüber informiert, dass ihr Projekt, das Haus ab dem 1. Oktober 2010 in eigener Regie weiter zu führen, vorerst gescheitert ist.
Wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di dazu erklärt, war für diese dramatische Wende entscheidend, dass die Eigentümer der Immobilie an einer Vermietung nicht interessiert sind, sondern verkaufen wollen. Der verlangte Kaufpreis ist dann nach Einschätzung von ver.di offensichtlich bewusst so hoch angesetzt worden, dass die Belegschaft als Käuferin ausfällt.
Haus und Grundstück gehören nicht mehr Karstadt und sind kein Bestandteil der Konkursmasse. Der marode Konzern hatte Kaiserslautern, wie andere Häuser auch, an ein Konsortium verkauft und zurückgemietet, um Liquidität zu gewinnen. Ein Gespräch mit den Vertretern der Eigner war erst am vergangenen Montag zustande gekommen. Vieles weist darauf hin, dass eine Investorengruppe bereit steht, um das Karstadt-Areal zusammen mit einem Nachbargrundstück für eine Einkaufsmall zu verwerten.
Michael Sauter, ehemalige Geschäftsführer von Karstadt und designierter Bürger-Kaufhaus-Chef betonte, dass Geschäftsmodell und Finanzierungsplan fertig und belastbar waren. Das geplante Kaufhaus wäre in der Lage gewesen, nach einer Umbaupause am 15. Oktober zu öffnen und mit Gewinn zu arbeiten. Er unterstrich die Wichtigkeit eines Kaufhauses in der geplanten Größenordnung für die Innenstadt von Kaiserslautern. Eine Mall würde ein neues Zentrum entstehen lassen, aber das alte Zentrum werde sterben.
Betriebsrat, Gewerkschaft ver.di und die Belegschaft wollen noch nicht aufgeben und weiter an ihrem Projekt arbeiten. Sie werden darin durch die Landesregierung bestärkt. Staatssekretär Alexander Schweitzer aus dem Wirtschaftsministerium erklärte, die Landesregierung werde in einem Gespräch mit den neuen Eigentümern darauf drängen, dass in den Verwertungskonzepten für Grundstück und Haus ein von den Beschäftigten geführtes Kaufhaus mit berücksichtigt werden soll. „ Die Tür ist noch nicht zu.“










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