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Karlsruhe. Nachdem kürzlich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gefordert hatte, den Krankenkassen zu verbieten, homöopathische Behandlungen in ihren Leistungskatalog aufzunehmen, hatten Vertreter der herrschenden medizinischen Lehre erneut einen Feldzug gegen die Homöopathie als Behandlungsmethode begonnen. Folge war, dass sich auch die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) intensiv mit der Frage „Wie ist es um die homöopathischen Arzneimittel bestellt?” konfrontiert sah.

Die DHU mit Sitz in Karlsruhe beruhigt verunsicherte Patienten mit dem Hinweis, dass die Diskussion um das Für und Wider der Homöopathie so alt ist wie die Therapiemethode selbst. Zugleich sieht der deutsche Marktführer bei homöopathischen Arzneimitteln einen weiteren Beweis für das unerschütterliche Vertrauen in die Homöopathie.

So hat das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der DHU bei 2000 volljährigen Bundesbürgern zum Thema Homöopathie repräsentativ nachgefragt. Im Ergebnis hat knapp jeder zweite Deutsche (45 Prozent) schon Erfahrungen mit Homöopathie bzw. mit der Verwendung homöopathischer Arzneimittel gemacht. 30 Prozent dieser erfahrenen Verwender greifen bei Beschwerden sogar häufig oder fast immer auf homöopathische Arzneien zurück. Die gesamte Verwender-Gruppe ist zu 80 Prozent mit der Wirksamkeit und Verträglichkeit der Homöopathika zufrieden bis sehr zufrieden, die „Häufig-Verwender“ sogar zu 98 Prozent.

Knapp zwei Drittel der Deutschen mit Erfahrungen mit Homöopathie bzw. mit homöopathischen Arzneimitteln kaufen sich diese meistens selbst in der Apotheke. Verunsichern lassen sich die Homöopathie-Nutzer durch die jüngste Debatte laut DHU gar nicht. So sei bei 90 Prozent von ihnen das Vertrauen in die Homöopathie erhalten geblieben bzw. nicht geschmälert worden. Bei den Häufig-Verwendern sind es demnach sogar 98 Prozent, die sich nicht beirren ließen.

Damit habe sich das Sommerloch-Thema schnell erledigt und die Homöopathie sei, was sie immer war, eine wirksame und bewährte Therapiemethode, fassten die Geschäftsführer der DHU, Franz Stempfle und Patrick Krauth, das Ergebnis der Debatte zusammen.

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will an der bisherigen Praxis festhalten, dass Krankenkassen über Wahltarife auch Homöopathie in ihrem Leistungskatalog anbieten können. Er erklärte, dass die Krankenkassen auch zukünftig schon alleine aus Wettbewerbsgründen grundsätzlich an entsprechenden Wahltarifen festhalten könnten, wenn sie dies wollten. Entscheidend sei allerdings, “dass die Allgemeinheit nicht belastet wird”.

In der Union gibt es unterschiedliche Meinungen. Während CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn einer Streichung zustimmen würde, da der Nutzen der Homöopathie wissenschaftlich nicht nachgewiesen sei, warnt Baden-Württembergs Sozialministerin Monika Stolz (CDU) laut Pressemeldungen davor, einzelne Leistungen zu streichen und diese Entscheidung den jeweiligen Kassen zu überlassen.

Grüne und Linke sind dagegen, dass die Homöopathie aus den Krankenkassen herausgenommen wird. Auch die Kassen selbst protestieren gegen den Vorstoß für ein Homöopathie-Verbot.

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